Ein Bandscheibenvorfall mit 38, ein Burnout mit 42, eine Krebsdiagnose mit 51 – die Berufsunfähigkeitsversicherung 2026 bleibt die wichtigste Absicherung für alle, die von ihrer Arbeitskraft leben. Wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, steht schnell vor einem tiefen finanziellen Loch: Die staatliche Erwerbsminderungsrente liegt meist weit unter dem bisherigen Einkommen. Trotzdem haben nur rund 27 Prozent der Haushalte eine private BU-Versicherung. Dieser Ratgeber erklärt einfach und ehrlich, was eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet, welche Tarife 2026 im Test vorne liegen – und welche sieben Fehler Sie beim Abschluss unbedingt vermeiden sollten.
Kurzantwort: Die Berufsunfähigkeitsversicherung 2026 zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben können. Jeder vierte Erwerbstätige wird im Arbeitsleben berufsunfähig. Für eine BU-Rente von 1.500 Euro im Monat rechnen Sie je nach Alter, Beruf und Gesundheit mit 40 bis 80 Euro monatlich – ein frühzeitiger Abschluss spart bares Geld.
Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung – kurz BU – ist eine private Absicherung gegen den Verlust Ihrer Arbeitskraft. Sie zahlt Ihnen eine vereinbarte monatliche Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft – meist mindestens sechs Monate – zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Dabei ist die Ursache egal: ob psychische Erkrankung, Rückenleiden, Krebs oder ein Unfall.
Wichtig: Es geht immer um Ihren Beruf. Ein Maurer, der nach einem Knieleiden keine Baustelle mehr betreten kann, ist berufsunfähig – auch wenn er theoretisch noch am Schreibtisch arbeiten könnte. Genau deshalb ist die BU-Versicherung so viel wertvoller als die gesetzliche Absicherung, die nur dann zahlt, wenn Sie überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen können.
Übrigens ist die private BU-Versicherung eine der wenigen Versicherungen, deren Abschluss Verbraucherschützer uneingeschränkt empfehlen – neben der Privathaftpflicht. Die Hausratversicherung schützt Ihren Besitz, die BU schützt das, womit Sie alles bezahlen: Ihre Arbeitskraft.
Der Unterschied zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente
Viele verlassen sich darauf, dass der Staat schon einspringen wird. Das ist gefährlich. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhalten Sie nur, wenn Sie in jedem Beruf weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können – und selbst dann liegt sie nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung oft nur bei gut 800 bis 900 Euro netto im Monat. Für die meisten Menschen bedeutet das: etwa 60 Prozent weniger Geld als vorher.
Rechnen Sie einmal ehrlich: Könnten Sie Miete, Lebensmittel, Kredite und Versicherungen dauerhaft mit 800 Euro bestreiten? Für die allerwenigsten ist das machbar. Die private BU-Rente schließt genau diese Lücke – und zwar auf dem Niveau, das Sie selbst bei Vertragsabschluss festlegen. Experten empfehlen rund 80 Prozent des Nettoeinkommens.
Für wen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung 2026 sinnvoll?
Kurze Antwort: für fast jeden, der auf sein Einkommen angewiesen ist. Längere Antwort: Es gibt Gruppen, für die eine BU praktisch Pflicht ist – und ein paar Ausnahmen.
Pflichtgefühl sollten haben:
- Angestellte und Arbeiter – das Einkommen bricht weg, aber Miete und Verpflichtungen laufen weiter.
- Selbstständige und Freiberufler – kein Gehalt, keine Lohnfortzahlung vom Chef. Krankentagegeld allein fängt den dauerhaften Ausfall nicht auf.
- Familien – oft hängt der gesamte Haushalt an einem oder zwei Einkommen.
- Menschen mit Krediten – wer ein Haus finanziert, riskiert bei Berufsunfähigkeit den Zwangsverkauf.
- Azubis und Studenten – der gesetzliche Schutz greift hier praktisch gar nicht, weil kaum Beiträge eingezahlt wurden. Dafür ist der Beitrag in jungen Jahren am günstigsten.
Einziger Fall, in dem man darauf verzichten kann: Sie sind finanziell bereits so abgesichert, dass Sie jahrelang ohne Einkommen leben könnten – zum Beispiel durch ein großes Vermögen oder eine rentable Vermietung. Für alle anderen gilt, was der Bund der Versicherten klar formuliert hat:
„Mit Blick auf die schweren wirtschaftlichen Folgen der Berufsunfähigkeit raten wir jedem Berufstätigen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Das gilt auch, wenn das individuelle Risiko für Sie gering sein sollte. Einem von Berufsunfähigkeit Betroffenen nützt es nichts, wenn sich sein Schicksal als recht unwahrscheinlich darstellt.“ – Bund der Versicherten e. V., Infoblatt Berufsunfähigkeitsversicherung
Auch wichtig zu wissen: Berufsunfähigkeit trifft nicht nur körperlich Arbeitende. Laut einer Auswertung von Morgen & Morgen (Stand April 2025) sind psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems mit 35,75 Prozent die häufigste Ursache – gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats (17,85 Prozent) und Krebs (16,96 Prozent). Unfälle machen gerade einmal knapp 7 Prozent aus. Der Bürojob schützt also nicht, im Gegenteil.
Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung 2026?
Die Frage nach den Kosten ist die häufigste – und die Antwort lautet wie immer: Es kommt darauf an. Vier Faktoren bestimmen Ihren Beitrag: Eintrittsalter, Beruf, Gesundheitszustand und die Höhe der gewünschten BU-Rente. Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger wird es. Je körperlich anspruchsvoller der Beruf, desto teurer.
Konkrete Richtwerte für 2026: Ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter zahlt für eine BU-Versicherung derzeit zwischen 40 und 80 Euro im Monat, so aktuelle Marktübersichten (Stand Q1 2026, gesunder Antragsteller, Laufzeit bis 67). Aufgeschlüsselt nach Rentenhöhe sieht das so aus:
- 1.000 Euro BU-Rente: ab ca. 39 Euro monatlich
- 1.500 Euro BU-Rente: ab ca. 59 Euro monatlich
- 2.000 Euro BU-Rente: ab ca. 79 Euro monatlich
(Beispielrechnung: 30 Jahre, Büroberuf, Nichtraucher, keine Vorerkrankungen, Laufzeit bis 67. Quelle: transparent-beraten.de, Stand Q1 2026)
Zum Vergleich: Für einen 25-jährigen Berufsschullehrer starten die Tarife laut einem Marktvergleich von Morgen & Morgen (November 2025) schon bei 25,79 Euro monatlich für 1.000 Euro Rente. Azubis in kaufmännischen Berufen kommen bei 1.000 Euro Rente ab etwa 30 Euro weg. Handwerker und Pflegekräfte zahlen dagegen spürbar mehr – je nach Berufsgruppe sind 100 bis 200 Euro monatlich keine Seltenheit.
Achtung bei der Beitragsangabe: Die meisten Versicherer nennen den Netto- oder Zahlbeitrag – also den Beitrag nach Verrechnung der Überschüsse. Der vertraglich garantierte Bruttobeitrag kann 30 bis 50 Prozent höher liegen. Sinkt die Überschussbeteiligung, kann Ihr Zahlbeitrag bis zum Bruttobeitrag steigen. Achten Sie deshalb immer auch auf die Höhe des Bruttobeitrags und die Beitragsstabilität des Versicherers.
Was treibt den Preis – und wie senken Sie ihn?
Der größte Hebel ist der frühe Abschluss. Jedes Jahr, das Sie warten, zahlen Sie doppelt: Der Beitrag steigt mit dem Eintrittsalter – und das Risiko wächst, dass Sie gesundheitliche Angaben machen müssen, die zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen. Ein Zehnjahresvorsprung beim Abschluss kann über die Vertragslaufzeit mehrere tausend Euro sparen.
Zweiter Hebel: der Beruf. Büroangestellte zahlen am wenigsten, Handwerker am meisten. Wer einen Berufswechsel plant – etwa vom Lager in die Verwaltung –, sollte den Abschluss zeitlich klug legen, denn entscheidend ist der Beruf bei Antragstellung.
Dritter Hebel: die Rente richtig bemessen. Zu niedrig ist der häufigste Fehler (dazu unten mehr), zu hoch treibt nur den Beitrag. Die Faustformel: etwa 80 Prozent des Nettoeinkommens, mindestens aber 1.000 bis 1.200 Euro – darunter lohnt sich der Vertrag kaum, weil Sie im Leistungsfall trotzdem auf Grundsicherung angewiesen wären.
Vierter Hebel: Nichtraucher-Status und gesunder Lebensstil werden bei vielen Versicherern mit Rabatten honoriert. Und: Vergleichen Sie Angebote mehrerer Versicherer – die Preisspanne zwischen günstigstem und teuerstem Tarif kann bei gleichen Voraussetzungen über 1.000 Euro pro Jahr betragen, wie Finanztest immer wieder feststellt.
Berufsunfähigkeitsversicherung 2026 im Test: Testsieger und wichtigste Kriterien
Die Stiftung Warentest (Finanztest) hat die Berufsunfähigkeitsversicherung zuletzt im Mai 2026 getestet – und das Ergebnis war erfreulich: 38 von 67 getesteten Tarifen erhielten die Bestnote „Sehr gut“. Die Bedingungen auf dem Markt sind also überwiegend stark. Als alleiniger Testsieger in der Kategorie der selbstständigen BU ging die Hannoversche hervor. Bewertet wurden zu 75 Prozent die Versicherungsbedingungen und zu 25 Prozent die Antragsformulare (Quelle: test.de).
Der Test ist eine gute Orientierung, aber kein Ersatz für die Prüfung Ihrer individuellen Situation. Denn der beste Tarif im Test nützt Ihnen nichts, wenn der Versicherer Sie aufgrund Ihrer Gesundheitsangaben ablehnt oder nur mit Ausschluss annimmt. Wichtiger als der Testsieger sind diese Kriterien:
- Verzicht auf abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf Sie nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie theoretisch ausüben könnten. Das ist das wichtigste Kriterium überhaupt – und bei allen guten Tarifen Standard.
- Prognosezeitraum maximal sechs Monate: Die Leistung muss schon greifen, wenn eine ärztliche Prognose von mindestens sechs Monaten Berufsunfähigkeit vorliegt – nicht erst nach Jahren.
- Nachversicherungsgarantie: Damit können Sie die BU-Rente bei Ereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.
- Keine oder faire Meldefristen und möglichst rückwirkende Leistung, wenn die Berufsunfähigkeit erst später festgestellt wird.
- Dynamik-Option: Die Rente steigt jährlich mit, damit die Inflation den Schutz nicht auffrisst.
- Verzicht auf § 19 VVG-Folgen bei leicht fahrlässiger Verletzung der Anzeigepflicht: ein Detail, das im Leistungsfall Gold wert ist.
- Beitragsdynamik und finanzielle Stabilität des Versicherers: Damit Ihr Zahlbeitrag nicht alle paar Jahre steigt.
Übrigens: Viele Testsieger-Tarife kosten weniger, als man denkt. Entscheidend ist nicht, den allerbilligsten Tarif zu finden, sondern einen Tarif mit starken Bedingungen bei einem Versicherer, der Sie auch annimmt – und der im Leistungsfall als zahlungsbereit gilt. Service und Leistungsquote des Anbieters sind mindestens so wichtig wie der letzte Euro Beitragsunterschied.
Gesundheitsfragen: So prüfen Versicherer Ihre Annahme
Der größte Stolperstein beim Abschluss sind nicht die Tarife, sondern die Gesundheitsfragen. Vor dem Vertrag müssen Sie ehrlich Auskunft geben über Arztbesuche, Diagnosen, Therapien und Medikamente der letzten Jahre – meist fünf Jahre für ambulante und zehn Jahre für stationäre Behandlungen. Die Fragen sind je nach Versicherer unterschiedlich streng formuliert: Manche fragen nur nach objektiven Diagnosen, andere auch nach Beschwerden oder Behandlungen ohne Diagnose.
Je nach Ihren Angaben entscheidet der Versicherer:
- Normale Annahme: Vertrag zum Standardbeitrag.
- Annahme mit Risikozuschlag: Sie zahlen einen Aufpreis – typisch bei Übergewicht, Bluthochdruck, Heuschnupfen oder Rückenbeschwerden.
- Annahme mit Leistungsausschluss: Bestimmte Körperregionen oder Krankheiten werden aus dem Schutz genommen – etwa die Wirbelsäule.
- Ablehnung: Der Versicherer will das Risiko gar nicht übernehmen. Das passiert vor allem bei schweren Vorerkrankungen wie bestimmten psychischen Erkrankungen, Krebs in der Vorgeschichte oder chronischen schweren Krankheiten.
Wichtig zu verstehen: Jeder Versicherer hat eigene Annahmerichtlinien. Eine Diagnose, die bei Anbieter A zur Ablehnung führt, kann bei Anbieter B mit einem Zuschlag angenommen werden. Deshalb gibt es die sogenannte anonyme Risikovoranfrage: Ein Makler oder Berater stellt Ihre Gesundheitsdaten mehreren Versicherern vor – ohne Ihren Namen zu nennen – und holt unverbindliche Voten ein. So erfahren Sie, wo Sie die besten Chancen haben, ohne dass eine offizielle Ablehnung in Ihrer Akte landet. Denn eine dokumentierte Ablehnung müssen Sie bei späteren Anträgen angeben – und das macht alles schwieriger.
Goldene Regel: Antworten Sie vollständig und wahrheitsgemäß. Wer Vorerkrankungen verschweigt, riskiert, dass der Versicherer im Leistungsfall – also genau dann, wenn es ums Geld geht – vom Vertrag zurücktritt oder ihn anficht. Holen Sie sich im Zweifel Ihre Krankengeschichte von der Krankenkasse, bevor Sie den Antrag ausfüllen. Das dauert ein paar Tage, erspart Ihnen aber böse Überraschungen.
Die 7 größten Fehler beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung 2026
Nach Jahren, in denen ich mir Anträge und Leistungsfälle angesehen habe, sind es immer wieder dieselben sieben Fehler, die Menschen teuer zu stehen kommen:
Fehler 1: Die BU-Rente zu niedrig ansetzen. Der häufigste Fehler überhaupt. Viele versichern 500 oder 750 Euro – „Hauptsache irgendwas“. Aber: Unter 1.000 Euro schließt die Rente die Lücke zum Lebensunterhalt nicht. Faustformel: 80 Prozent des Nettoeinkommens, mindestens 1.000 Euro. Lieber bei der Nachversicherungsgarantie aufstocken, als von Anfang an zu knapp zu rechnen.
Fehler 2: Zu lange warten. „Ich mache das, wenn ich älter bin“ ist der teuerste Satz in der BU-Welt. Jedes Jahr Warten erhöht den Beitrag – und erhöht die Chance, dass eine Diagnose dazwischenkommt, die den Abschluss erschwert oder verteuert. Wer mit 25 statt mit 35 abschließt, spart über die Laufzeit oft mehrere tausend Euro.
Fehler 3: Nur auf den Preis schauen. Der billigste Tarif ist selten der beste. Ein Tarif ohne Verzicht auf abstrakte Verweisung, mit langer Karenzzeit oder wackeliger Beitragsstabilität kann im Leistungsfall wertlos sein. Bedingungen schlagen Preis – immer.
Fehler 4: Gesundheitsfragen schlampig oder unvollständig beantworten. Aus Scham oder Bequemlichkeit etwas weglassen – zum Beispiel die Psychotherapie vor drei Jahren – ist der sicherste Weg, im Leistungsfall leer auszugehen. Der Versicherer prüft bei einer hohen Rente nach, und dann drohen Rücktritt oder Anfechtung. Vollständig und ehrlich antworten, notfalls mit Krankenkassenauskunft.
Fehler 5: Die Laufzeit zu kurz wählen. Ein Vertrag, der mit 60 endet, obwohl Sie bis 67 arbeiten müssen, lässt Sie genau in den Jahren ungeschützt, in denen das BU-Risiko am höchsten ist. Die Laufzeit sollte immer bis zum geplanten Rentenalter reichen – also in der Regel bis 67.
Fehler 6: Auf die Nachversicherungsgarantie verzichten. Leben verändert sich: Gehalt steigt, Kinder kommen, Kredit läuft. Ohne Nachversicherungsgarantie müssen Sie bei jeder Erhöhung eine neue Gesundheitsprüfung bestehen – und wer garantiert, dass Sie dann noch gesund sind? Diese Klausel kostet wenig und ist enorm wichtig.
Fehler 7: Keinen Vergleich – und keinen Profi fragen. Wer den ersten Vorschlag des Hausversicherers unterschreibt, zahlt oft zu viel oder bekommt schlechtere Bedingungen. Vergleichen Sie mindestens drei bis fünf Angebote – und lassen Sie bei Vorerkrankungen eine anonyme Risikovoranfrage über einen spezialisierten Makler laufen. Das kostet Sie nichts und schützt vor einer unnötigen Ablehnung in der Akte.
Und ein Bonus-Hinweis aus der Praxis: Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Rente noch passt. Gehaltserhöhung, Familiengründung, Immobilienkauf – all das sind Anlässe, die Nachversicherungsgarantie zu nutzen, statt die Police verstauben zu lassen. So wie Sie regelmäßig Ihre Kfz-Versicherung wechseln sollten, gehört auch die BU alle paar Jahre auf den Prüfstand.
FAQ: Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich sinnvoll?
Ja – für alle, die von ihrem Einkommen leben. Statistisch wird jeder vierte Erwerbstätige im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig (Deutsche Rentenversicherung), die häufigste Ursache sind psychische Erkrankungen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht bei Weitem nicht zum Leben. Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentrale und der Bund der Versicherten empfehlen die private BU ausdrücklich – sie gilt neben der Privathaftpflicht als wichtigste private Versicherung überhaupt.
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung 2026?
Für einen 30-jährigen Büroangestellten ohne Vorerkrankungen liegen die Kosten 2026 bei etwa 40 bis 80 Euro monatlich, je nach Rentenhöhe und Anbieter. Eine BU-Rente von 1.500 Euro kostet ab rund 59 Euro im Monat, 2.000 Euro ab rund 79 Euro. Handwerker und körperlich Tätige zahlen deutlich mehr, Azubis und junge Studenten am wenigsten. Entscheidend sind Alter, Beruf, Gesundheit und Rentenhöhe.
Wann gilt man als berufsunfähig?
In der privaten BU-Versicherung gelten Sie als berufsunfähig, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können – aus gesundheitlichen Gründen, also durch Krankheit oder Unfall. Maßgeblich ist immer Ihr eigener Beruf, nicht irgendein Beruf, den Sie theoretisch noch machen könnten (sofern der Tarif auf die abstrakte Verweisung verzichtet, was Standard sein sollte).
Was passiert bei Vorerkrankungen – werde ich abgelehnt?
Nicht automatisch. Leichte Vorerkrankungen wie Heuschnupfen, Übergewicht oder Bluthochdruck führen meist nur zu einem Risikozuschlag, also einem höheren Beitrag. Schwere Vorerkrankungen können zu Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Da jeder Versicherer eigene Annahmerichtlinien hat, lohnt sich eine anonyme Risikovoranfrage: So erfahren Sie vorab und unverbindlich, welcher Anbieter Sie zu welchen Konditionen nimmt – ohne dass eine Ablehnung aktenkundig wird.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Empfohlen werden etwa 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens, mindestens aber 1.000 bis 1.200 Euro monatlich. Darunter schließt die Rente die Versorgungslücke nicht wirklich. Bedenken Sie auch die Inflation: Eine Dynamik-Option lässt Rente und Beitrag jährlich steigen, damit der Schutz in 20 Jahren noch etwas wert ist. Nutzen Sie bei Gehaltssteigerungen die Nachversicherungsgarantie, um die Rente ohne neue Gesundheitsprüfung anzupassen.
Was bedeutet „abstrakte Verweisung“?
Die abstrakte Verweisung ist eine Vertragsklausel, die es dem Versicherer erlaubt, Sie im Leistungsfall auf einen anderen Beruf zu verweisen, den Sie aufgrund Ihrer Ausbildung und Erfahrung theoretisch ausüben könnten – auch wenn Sie ihn nie ausgeübt haben. Gute Tarife verzichten darauf. Achten Sie beim Abschluss unbedingt auf diesen Verzicht: Er gehört zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen einer BU-Versicherung und wird von der Stiftung Warentest als erstes Kriterium geprüft.
Kann ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung wieder kündigen?
Ja, Sie können eine selbstständige BU-Versicherung jederzeit zum Ende der Zahlungsperiode kündigen – es gibt keine Mindestlaufzeit wie bei einem Handyvertrag. Bedenken Sie aber: Eine Kündigung ist fast immer ein Verlustgeschäft, weil Sie den günstigen Eintrittstarif und Ihren damaligen Gesundheitszustand nicht zurückbekommen. Ein späterer Neuabschluss wird teurer – oder bei neuen Vorerkrankungen unmöglich. Prüfen Sie vor einer Kündigung lieber Alternativen wie Beitragsfreistellung oder eine reduzierte Rente.
Zahlt die BU auch bei Burnout und psychischen Erkrankungen?
Ja. Psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems sind mit rund 36 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit (Morgen & Morgen, 2025). Die private BU zahlt bei allen anerkannten gesundheitlichen Gründen – körperlich wie psychisch –, sofern die 50-Prozent-Grenze und der Prognosezeitraum erfüllt sind. Wichtig ist nur, dass die Erkrankung ärztlich dokumentiert ist und der Tarif keine Ausschlüsse für psychische Erkrankungen enthält – bei seriösen Tarifen ist das Standard.
Fazit: Die Berufsunfähigkeitsversicherung 2026 lohnt sich – wenn Sie sie richtig abschließen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Jeder Vierte wird berufsunfähig, die Psyche ist die häufigste Ursache, und der Staat zahlt nur einen Bruchteil Ihres Einkommens. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung 2026 kostet einen gesunden 30-jährigen Büroangestellten keine 60 Euro im Monat für 1.500 Euro Rente – ein Bruchteil dessen, was der Einkommensverlust kosten würde.
Der entscheidende Punkt ist nicht, ob Sie eine BU brauchen, sondern wie Sie sie abschließen: früh genug, mit ausreichend hoher Rente, ehrlichen Gesundheitsangaben, Verzicht auf abstrakte Verweisung und einer Nachversicherungsgarantie. Vermeiden Sie die sieben Fehler aus diesem Ratgeber, vergleichen Sie mehrere Angebote – und holen Sie sich bei Vorerkrankungen professionelle Hilfe für eine anonyme Risikovoranfrage. Ihre Arbeitskraft ist Ihr größtes Vermögen: Allein der Wert der Arbeitskraft eines 32-Jährigen mit Durchschnittseinkommen liegt bei über 900.000 Euro (Württembergische Versicherung). Schützen Sie ihn. Und wenn Sie gerade dabei sind, Ihre Versicherungen zu sortieren: Ein Blick auf unseren ETF-Sparplan-Guide 2026 zeigt, wie Sie das Einkommen, das die BU absichert, gleichzeitig sinnvoll fürs Alter arbeiten lassen.

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