Bluthochdruck senken: 7 natürliche Methoden, die helfen

Bluthochdruck senken: Warum viele Deutsche ihren Blutdruck zu spät bemerken

Bluthochdruck senken – das steht für Millionen Menschen in Deutschland ganz oben auf der Liste, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Und das aus gutem Grund: Eine dauerhaft erhöhte Blutdrucklage gilt als wichtigster Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt, bleibt aber oft jahrelang unbemerkt, weil sie kaum Beschwerden verursacht. Laut einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aus dem Jahr 2023 lebten 29,31 Prozent der Deutschen ab 20 Jahren mit der Diagnose Bluthochdruck – also fast jeder Dritte. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich Bluthochdruck natürlich senken, ganz ohne neue Pille, einfach durch konsequente Veränderungen im Alltag. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt dafür sechs Basistipps, deren Wirkung in Studien belegt ist: mehr Bewegung, weniger Salz, ein gesundes Körpergewicht, wenig Alkohol, Stressabbau und Rauchverzicht. Wie genau diese Maßnahmen wirken, welche Blutdruckwerte als normal gelten und wann Sie unbedingt ärztlichen Rat brauchen, erklärt dieser Ratgeber Schritt für Schritt.

Kurzantwort: Bluthochdruck senken gelingt am besten mit einer Kombination aus regelmäßiger Bewegung (fünfmal 30 Minuten pro Woche), salzreduzierter Ernährung, gesunderm Körpergewicht, wenig Alkohol, Stressabbau und dem Verzicht auf Zigaretten. Laut Deutscher Herzstiftung lassen sich so systolisch 5 bis 20 mmHg einsparen – je nach Ausgangswert. Medikamente dabei niemals eigenmächtig ändern, sondern jede Anpassung mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.

Ab wann gilt Blutdruck als zu hoch? Die Werte-Tabelle

Bevor Sie Ihren Bluthochdruck senken, sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Der Blutdruck wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben und besteht aus zwei Werten: dem oberen (systolischen) Wert, der den Druck bei der Herzkontraktion beschreibt, und dem unteren (diastolischen) Wert, der den Druck in der Entspannungsphase des Herzens misst. Nach der Klassifikation der Deutschen Hochdruckliga gelten für Erwachsene in Ruhe folgende Bereiche:

KategorieSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
Optimalunter 120unter 80
Normal120–12980–84
Hochnormal130–13985–89
Leichte Hypertonie (Grad 1)140–15990–99
Mittelschwere Hypertonie (Grad 2)160–179100–109
Schwere Hypertonie (Grad 3)180 oder höher110 oder höher

Diese Einteilung stammt aus der Gesundheitsberichterstattung des Robert Koch-Instituts (RKI) und folgt der Deutschen Hochdruckliga. Wichtig dabei: Es gilt immer der Ruhe-Blutdruck. Bei Aufregung, Anstrengung oder Kaffeegenuss steigt der Druck ganz natürlich an – erst wenn er auch in Ruhe dauerhaft erhöht bleibt, sprechen Fachleute von arterieller Hypertonie. Ab einem Praxiswert von 140/90 mmHg bei wiederholter Messung gilt der Blutdruck als zu hoch. Bei Heimmessungen liegt die Grenze mit 135/85 mmHg etwas niedriger, weil die Werte daheim meist entspannter ausfallen als in der Praxis.

Eine einzelne Messung reicht für eine Diagnose übrigens nie aus. Das Tückische am Bluthochdruck ist, dass er in der Regel keine oder nur unspezifische Symptome wie gelegentliche Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten verursacht. Wer seine Werte nicht misst, bemerkt die Krankheit oft erst, wenn Folgeschäden auftreten. Deshalb ist regelmäßiges Messen – in der Praxis, in der Apotheke oder daheim mit einem validierten Oberarmgerät – die wichtigste Vorsorgemaßnahme überhaupt.

Bluthochdruck natürlich senken: die 7 wirksamsten Methoden

Die Deutsche Herzstiftung nennt sechs Basistipps, mit denen sich Bluthochdruck natürlich senken lässt. Wir ergänzen sie um einen siebten Punkt – die richtige Ernährung nach dem DASH-Prinzip –, der in Studien ebenfalls starke Effekte gezeigt hat. Alle Methoden wirken am besten in Kombination.

1. Bewegung: fünfmal 30 Minuten pro Woche

Regelmäßige Bewegung ist der vielleicht wichtigste Hebel, um Bluthochdruck zu senken. Mit Hilfe von Sport und Alltagsbewegung können Sie Ihre Werte um etwa 5 bis 9 mmHg systolisch und um 3 bis 5 mmHg diastolisch senken, so die Deutsche Herzstiftung. Die Empfehlung lautet: mindestens fünfmal pro Woche 30 Minuten aktiv sein. Besonders günstig wirken sich dynamische Ausdauersportarten aus – also zügiges Walken, Radfahren, Schwimmen oder Joggen in moderatem Tempo. Eine Faustregel besagt: Je höher der Ausgangsblutdruck, desto stärker fällt die Senkung aus.

Sie müssen dafür kein Leistungssportler werden. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Wer bislang kaum aktiv war, sollte langsam einsteigen und sich – gerade bei bekannter Herzerkrankung – vorher ärztlich beraten lassen. Schon tägliche Spaziergänge von 20 bis 30 Minuten sind ein guter Anfang. Bauen Sie Bewegung außerdem in den Alltag ein: Treppe statt Aufzug, das Fahrrad für kurze Strecken, ein zügiger Mittagsspaziergang. Der blutdrucksenkende Effekt tritt nicht von heute auf morgen ein, baut sich aber über Wochen auf – und bleibt erhalten, solange Sie dranbleiben. Sport wirkt übrigens doppelt: Er senkt den Blutdruck direkt und hilft gleichzeitig beim Abnehmen, was den Druck zusätzlich nach unten zieht.

Nicht geeignet sind übrigens Sportarten mit starken Druckspitzen wie schweres Krafttraining oder intensive Wettkampfsituationen – zumindest nicht ohne ärztliche Abklärung. Moderates, gleichmäßiges Ausdauertraining ist der sichere Weg. Und falls Sie sich nicht motivieren können: Verabreden Sie sich mit jemandem zum Training. Verbindlichkeit hilft gegen den inneren Schweinehund besser als jede App.

2. Gesundes Körpergewicht: jedes Kilo zählt

Übergewicht ist ein bedeutender Bluthochdruck-Risikofaktor – und umgekehrt wirkt jede abgenommene Kilozahl direkt auf den Druck. Studien haben gezeigt: Eine Gewichtsabnahme von im Durchschnitt vier Kilogramm kann den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4 mmHg und den diastolischen um 2 mmHg senken, so die Deutsche Herzstiftung. Mit jedem weiteren Kilogramm weniger auf der Waage sinkt der Blutdruck um jeweils weitere 1 bis 2 mmHg.

Besonders problematisch ist das Bauchfett (viszerale Adipositas), also das Fett um die inneren Organe. Es produziert Hormone und Entzündungsstoffe, die nicht nur den Blutdruck, sondern auch die Blutzucker- und Blutfettwerte steigen lassen. Als grober Orientierungswert gilt für Männer ein Taillenumfang unter 94 Zentimetern und für Frauen unter 80 Zentimetern.

Realistisch abnehmen heißt: keine Crash-Diät, sondern ein moderates Energiedefizit, das Sie dauerhaft durchhalten. Ein Kilogramm pro Monat ist ein solides, gesundes Tempo. Kombinieren Sie dafür die Bewegungstipps aus Punkt 1 mit einer ausgewogenen Ernährung (siehe Punkte 3 und 4). Auch kleine Veränderungen wirken: zuckerhaltige Getränke streichen, größere Portionen vermeiden, abends bewusst leichter essen. Falls Sie stark übergewichtig sind und das Abnehmen allein nicht gelingt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – es gibt professionelle Ernährungsprogramme und, wenn nötig, weitere Therapieoptionen.

3. Weniger Salz: ein Teelöffel weniger pro Tag

Zu viel Salz gehört zu den unterschätztesten Blutdrucktreibern. Rund 50 Prozent der Bluthochdruck-Patienten sind salzempfindlich – ihr Druck reagiert besonders stark auf Kochsalz. Die Deutsche Herzstiftung beziffert den Effekt klar: Sparen Sie täglich einen gestrichenen Teelöffel Salz ein – das entspricht etwa fünf Gramm –, dann können Sie den systolischen Blutdruck um etwa 6 bis 8 mmHg und den diastolischen um etwa 3 mmHg senken, wie in Studien nachgewiesen wurde.

Das Problem: Die wenigsten salzen bewusst nach. Der größte Teil des Salzes steckt versteckt in Fertiggerichten, Brot, Käse, Wurst, Knabberartikeln, Soßen und Senf. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt deshalb, Fertigprodukte, Pökelwaren und Fischmarinaden zu meiden, Schinken, Wurst und Käse sparsam zu konsumieren und beim Kochen lieber Gewürze und frische Kräuter statt Salz zu verwenden. Verzichten Sie außerdem aufs Nachsalzen bei Tisch – der Salzstreuer gehört in den Schrank, nicht auf den Tisch.

Ein praktischer Tipp aus der Herzstiftung-Forschung: Eine Salzmischung aus 75 Prozent Natriumchlorid und 25 Prozent Kaliumchlorid kann helfen, die Natriumzufuhr zu senken und gleichzeitig mehr Kalium aufzunehmen – Kalium unterstützt die Ausscheidung von Natrium und entspannt die Gefäße. Kaliumreich sind unter anderem Bananen, Spinat, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Nüsse und getrocknete Aprikosen. Beachten Sie aber: Es dauert mitunter einige Wochen, bis der blutdrucksenkende Effekt der Salzrestriktion voll zum Tragen kommt. Geduld lohnt sich – der Effekt ist einer der stärksten überhaupt.

Vorsicht bei Lakritze: Echte Lakritze enthält Glycyrrhizin, das den Blutdruck erhöhen kann. Menschen mit Bluthochdruck sollten auf glycyrrhizinhaltige Lakritze ganz verzichten, warnt die Deutsche Herzstiftung.

4. DASH-Ernährung: essen wie gegen den Hochdruck gemacht

Die DASH-Diät gilt als die am besten untersuchte Ernährungsform zur Blutdrucksenkung überhaupt. DASH steht für „Dietary Approaches to Stop Hypertension“ – auf Deutsch etwa: diätetischer Ansatz zum Aufhalten von Bluthochdruck. Das Prinzip: viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, mageres Eiweiß – dafür wenig Salz, wenig gesättigte Fette, wenig Zucker und kaum verarbeitete Lebensmittel.

Die Wirkung ist beachtlich. In einer amerikanischen Studie mit über 400 Personen konnte durch die Kombination aus Natrium-Reduktion und DASH-Ernährung der systolische Wert deutlich gesenkt werden – bei einem Ausgangswert von 150 mmHg oder mehr lag die Senkung bei über 20 mmHg (Juraschek et al., 2017). Das zeigt: Je höher der Ausgangsblutdruck, desto stärker der Effekt. Auch die mediterrane Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Olivenöl, Fisch und wenig rotem Fleisch hat in Studien eine blutdrucksenkende Wirkung gezeigt.

Für den Alltag heißt das: Bauen Sie Ihr Essen um Gemüse, Obst und Vollkorn auf, kochen Sie möglichst selbst, wählen Sie fettarme Milchprodukte und essen Sie zwei- bis dreimal pro Woche fettreichen Seefisch wie Lachs oder Makrele wegen der Omega-3-Fettsäuren. Süßigkeiten, Softdrinks und Fertigprodukte sind die Ausnahme, nicht die Regel. Eine solche Umstellung senkt nicht nur den Blutdruck, sondern auch das Gewicht, den Blutzucker und die Blutfette – ein Rundum-Paket für Herz und Gefäße.

5. Alkohol nur in Maßen – oder gar nicht

Zu viel Alkohol erhöht den Blutdruck deutlich – und die Senkung wirkt in die andere Richtung. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt: Männer sollten pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol trinken, Frauen nicht mehr als zehn Gramm. Ein Standardglas – also 0,25 Liter Bier, 0,1 Liter Wein oder 0,33 Liter Biermixgetränk – enthält etwa zehn bis zwölf Gramm. Menschen, die zuvor regelmäßig viel Alkohol konsumiert haben, können durch Reduktion eine Blutdrucksenkung von 4 bis 7 mmHg systolisch und 3 bis 5 mmHg diastolisch erreichen, so die Herzstiftung.

Alkohol ist zudem ein Kalorienlieferant und fördert Übergewicht, das den Druck zusätzlich treibt. Wer seinen Bluthochdruck senken will, sollte ehrlich mit sich sein: Wie viele Gläser sind es am Abend wirklich? Ein alkoholfreier Monat – etwa zu Beginn des Jahres – ist ein guter Selbsttest. Viele Menschen stellen dabei fest, dass sie besser schlafen und sich morgens fitter fühlen. Und falls Sie das Gefühl haben, Ihren Alkoholkonsum nicht allein reduzieren zu können, ist das kein Versagen: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle – das ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.

6. Rauchverzicht: jede Zigarette zählt

Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck – jede einzelne Zigarette treibt die Werte kurzfristig nach oben. Die gute Nachricht: Der Körper erholt sich schnell. Schon eine Woche nach dem Rauchstopp sinkt der Blutdruck messbar, so die Deutsche Herzstiftung. Zwei Jahre nach dem Rauchstopp hat ein Ex-Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein lebenslanger Nichtraucher.

Der Rauchstopp ist für viele die schwierigste aller Maßnahmen – und gleichzeitig eine der wirksamsten. Professionelle Unterstützung erhöht die Erfolgschancen deutlich: Viele Krankenkassen bezuschussen Entwöhnungskurse, und in Apotheken gibt es Nikotinersatzprodukte. Wichtig zu wissen: E-Zigaretten sind nach Einschätzung der Deutschen Herzstiftung unter gesundheitlichen Aspekten keine sinnvolle Alternative zu Zigaretten. Wenn Sie rauchen und gleichzeitig Bluthochdruck haben, ist der Verzicht auf Tabak einer der wichtigsten Schritte überhaupt, um Herz und Gefäße zu schützen.

7. Stress abbauen und besser schlafen

Beruflicher oder privater Dauerstress treibt die Blutdruckwerte in die Höhe – direkt und über Umwege. Stress stößt molekulare Prozesse im Körper an, die zu chronischen Entzündungen führen können; diese schädigen die Gefäße und erhöhen den Blutdruck, erklärt die Deutsche Herzstiftung. Gleichzeitig fördert Stress ungesunde Gewohnheiten: zu wenig Bewegung, zu viel Essen, mehr Alkohol, schlechterer Schlaf – ein Teufelskreis.

Deshalb gehört bewusster Stressabbau zu den wirksamen Maßnahmen, um Bluthochdruck zu senken. Was hilft, ist individuell verschieden: regelmäßige Pausen im Arbeitsalltag, feste Rituale zum Abschalten, Bewegung in der Natur, Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training, Yoga oder einfach das Handy am Abend eine Stunde vor dem Schlafengehen weglegen. Auch der Schlaf spielt eine Rolle: Chronischer Schlafmangel und unbehandelte Schlafapnoe können den Blutdruck erhöhen. Wer nachts laut schnarcht und tagsüber trotzdem erschöpft ist, sollte eine Schlafapnoe ärztlich abklären lassen.

Niemand muss sein Leben von heute auf morgen umkrempeln. Fangen Sie mit einer Maßnahme an, die Ihnen leichtfällt – oft ist das die Bewegung – und bauen Sie die anderen Schritt für Schritt dazu. Kleine, dauerhafte Veränderungen schlagen große, kurzfristige Vorsätze.

Wie schnell lässt sich der Blutdruck senken?

Eine der häufigsten Fragen lautet: Wie schnell wirkt das alles? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Der salzreduzierte Effekt braucht einige Wochen, bis er voll greift. Bei Bewegung baut sich die Wirkung über Wochen bis Monate auf. Einzelne Effekte – etwa nach Alkoholreduktion oder Rauchstopp – können sich schon nach Tagen bis wenigen Wochen in den Messwerten zeigen.

Rechnen Sie aber nicht in Tagen, sondern in Wochen und Monaten. Der Blutdruck ist kein Fieber, das man mal eben senkt – er ist ein Langzeitprojekt. Messen Sie Ihre Werte regelmäßig, am besten immer zur gleichen Tageszeit und nach einigen Minuten Ruhe, und führen Sie ein Messprotokoll. So sehen Sie schwarz auf weiß, ob die Maßnahmen greifen. Und falls die Werte trotz konsequenter Lebensstiländerung dauerhaft über 140/90 mmHg bleiben: Das ist kein Versagen. Bei einem Teil der Betroffenen reicht der Lebensstil allein nicht aus – dann sind Medikamente notwendig und sinnvoll. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen.

Wann zum Arzt? Warnzeichen, die Sie ernst nehmen müssen

Bluthochdruck natürlich senken ist ein guter Weg – aber kein Ersatz für ärztliche Betreuung. Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Ihre gemessenen Werte wiederholt über 140/90 mmHg liegen, wenn Sie bereits Blutdruckmedikamente nehmen und Ihre Werte sich verändern, oder wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (Diabetes, bekannte Herzerkrankung, Nierenerkrankung, familiäre Vorbelastung). Auch Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Nasenbluten sollten Sie abklären lassen – wobei diese Symptome keineswegs zuverlässige Hochdruck-Anzeichen sind.

Notfall: Bei Werten über 180/110 mmHg in Kombination mit Beschwerden wie starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Brustschmerzen, Atemnot, Übelkeit oder Bewusstseinsstörungen liegt möglicherweise ein hypertensiver Notfall vor – rufen Sie dann sofort den Rettungsdienst (112). Auch ohne Beschwerden sollten sehr hohe Werte noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden.

Und noch einmal ganz deutlich, weil es lebenswichtig ist: Setzen Sie verschriebene Blutdruckmedikamente niemals ohne ärztliche Rücksprache ab und verändern Sie die Dosis nicht auf eigene Faust. Die Deutsche Herzstiftung betont ausdrücklich, dass Medikamente bei Bluthochdruck in vielen Fällen unverzichtbar sind und eine eigenmächtige Änderung gefährlich sein kann. Lebensstilmaßnahmen ergänzen die Therapie – sie ersetzen sie nicht automatisch.

Häufige Fragen: Bluthochdruck senken im Überblick

Kann man Bluthochdruck ohne Medikamente senken?

Ja, in vielen Fällen schon – vor allem bei leicht erhöhten Werten. Die Deutsche Herzstiftung nennt sechs wissenschaftlich belegte Basistipps: regelmäßige Bewegung, gesundes Körpergewicht, salzarme Ernährung, wenig Alkohol, Stressabbau und Rauchverzicht. Studien zeigen, dass sich so systolisch 5 bis 20 mmHg einsparen lassen. Ob das ohne Medikamente reicht, hängt von der Höhe der Werte und dem persönlichen Gesamtrisiko ab – das entscheidet immer die Ärztin oder der Arzt. Medikamente niemals eigenmächtig absetzen.

Was senkt den Blutdruck am schnellsten?

Am schnellsten wirken Maßnahmen, die einen starken Treiber sofort entfernen: Wer viel Alkohol trinkt und reduziert, sieht oft schon nach Tagen bessere Werte. Auch ein Rauchstopp zeigt bereits nach einer Woche messbare Effekte. Die stärkste dauerhafte Einzelwirkung hat die Salzreduktion (bis zu 6–8 mmHg systolisch), sie braucht aber einige Wochen. Die Kombination mehrerer Maßnahmen wirkt am besten – einzelne „Wundermittel“ aus dem Internet warnt die Herzstiftung ausdrücklich.

Welche Lebensmittel senken den Blutdruck?

Kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Spinat, Hülsenfrüchte und Kartoffeln unterstützen die Gefäße, ebenso die DASH-Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn. Rote Bete (Nitrate), dunkle Schokolade ab 85 Prozent Kakao und Ingwer zeigen in kleinen Studien leichte Effekte. Diese Lebensmittel sind aber nur eine Ergänzung – sie ersetzen weder eine gesunde Gesamt-Ernährung noch eine notwendige Therapie, betont die Deutsche Herzstiftung.

Wie viel Salz ist bei Bluthochdruck erlaubt?

Als Zielwert gelten maximal 5 bis 6 Gramm Kochsalz pro Tag – das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel. Die meisten Menschen essen deutlich mehr, oft 10 bis 15 Gramm täglich, ohne es zu merken, weil das Salz in Brot, Käse, Wurst und Fertiggerichten versteckt ist. Ein Teelöffel weniger pro Tag kann den systolischen Blutdruck um 6 bis 8 mmHg senken.

Ab wann ist Bluthochdruck gefährlich?

Von Bluthochdruck sprechen Ärzte ab wiederholt gemessenen 140/90 mmHg in der Praxis (135/85 mmHg bei Heimmessung). Gefährlich wird es bei Werten ab 180/110 mmHg, besonders mit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Brustschmerzen oder Atemnot – dann sofort den Notruf 112 wählen. Auch dauerhaft unbehandelter moderater Hochdruck schädigt Herz, Gefäße, Nieren und Augen – deshalb sind regelmäßige Kontrollen so wichtig.

Hilft Sport wirklich gegen Bluthochdruck?

Ja. Regelmäßiger Ausdauersport senkt den systolischen Blutdruck um etwa 5 bis 9 mmHg und den diastolischen um 3 bis 5 mmHg, so die Deutsche Herzstiftung. Empfohlen werden mindestens fünfmal 30 Minuten pro Woche – etwa zügiges Walken, Radfahren oder Schwimmen. Bei hohen Ausgangswerten ist der Effekt besonders deutlich. Wichtig: langsam einsteigen und bei Vorerkrankungen vorher ärztlich abklären.

Kann Stress Bluthochdruck verursachen?

Dauerstress erhöht den Blutdruck nachweislich – über hormonelle Prozesse, chronische Entzündungen und ungesunde Begleitgewohnheiten wie Bewegungsmangel und schlechten Schlaf. Bewusster Stressabbau (Pausen, Entspannungsverfahren, ausreichend Schlaf, Bewegung in der Natur) gehört deshalb zu den empfohlenen Maßnahmen, um Bluthochdruck zu senken. Auch chronischer Schlafmangel und Schlafapnoe können den Druck erhöhen und sollten abgeklärt werden.

Fazit: Bluthochdruck senken ist ein Marathon, kein Sprint

Bluthochdruck natürlich zu senken ist möglich – und die Belege dafür sind stark. Bewegung, weniger Salz, gesundes Gewicht, wenig Alkohol, Stressabbau und Rauchverzicht können zusammen den systolischen Druck um gut 20 mmHg senken. Das ist eine Größenordnung, die sonst nur Medikamente erreichen. Wie Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, betont: „Bluthochdruck lässt sich mit Hilfe von Medikamenten und einem gesunden Lebensstil sehr gut behandeln.“ Der Schlüssel liegt in der Konsequenz: Kleine Schritte, die Sie jahrelang durchhalten, schlagen jede radikale Kur, die nach drei Wochen scheitert.

Fangen Sie heute an – mit der Maßnahme, die Ihnen am leichtesten fällt. Messen Sie Ihre Werte regelmäßig, führen Sie ein Protokoll und besprechen Sie die Entwicklung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Und denken Sie daran: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei dauerhaft erhöhten Werten, Beschwerden oder wenn Sie bereits Medikamente nehmen, gehört die Behandlung in ärztliche Hände. Medikamente dabei immer nur in Absprache ändern – niemals auf eigene Faust.

Weiterführende Gesundheitsthemen auf codematebd.com: Ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel unterstützt Herz und Kreislauf ebenso wie ein starkes Immunsystem – und wer seine Gesundheit ernst nimmt, kennt auch die besten Tipps, um eine Erkältung schnell loszuwerden.

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